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Mehr Raumkomfort durch optimierte Akustik

Mit einem neuen Berliner Verlagshaus hat die Tageszeitung ein selbstbewusstes Statement abgegeben. In den vom Schweizer Architekturbüro E2A gestalteten Neubau soll mit den Mitarbeitern ein farbenfroher, unangepasster Individualismus einziehen. Eine provisorische Werkstattatmosphäre ist Teil des Konzepts – das höchstflexible Raumgliederungssystem Free Line von AOS bietet die passende Unterstützung. Die überregioanale Tageszeitung taz wurde im Jahr 1978 noch ganz aus dem Geist der linken West-Berliner Protestkultur geboren. 1989 zog der Verlag, der immer wieder in finanzielle Not geriet, in die unmittelbare Nachbarschaft zur Berliner Mauer und dem Checkpoint Charlie. Hier, im Stadtteil Kreuzberg, verteilten sich zuletzt 250 Mitarbeiter auf ein Gründerzeitgebäude und einen gläsernen Neubau. Da beide Gebäude aus den Nähten zu platzen drohten, erwarb der Verlag zwischen Friedrichstraße und Besselpark ein Grundstück im neu entstehenden Kreativquartier – auch um endlich wieder alle Mitarbeiter unter einem Dach zu vereinigen. In einem groß angelegten Architekturwettbewerb setzten sich die Schweizer Architekten E2A mit einem Entwurf durch, der am besten mit dem besonderen taz-Spirit zu korrespondieren scheint und auch städtebaulich überzeugt. Auffallend ist das Netz aus diagonalen Stahlverstrebungen, das sich um den Bau legt. Die besondere Statik lässt sich anhand der markanten Zeichnung bereits an der Fassade ablesen.

Das charakteristische Rautennetz aus feuerverzinktem Stahl will von den Baumeistern auch als Reminiszenz an den  avantgardistischen Radioturm von Wladimir Schuchow verstanden wissen und soll zudem auf die flachen Arbeitshierarchien hinweisen, die im Inneren wirken. Dort sind Beton und Glas die  dominierenden Materialien. Durch die an den Rand verlagerte Tragstruktur entstehen großzügige Raumkontinuen, die frei bespielbar sind. Die 13 Meter tiefen Räume kreieren ein wandelbares Werkstattambiente. Die Architektur soll die Mitarbeiter in die Lage versetzen, individuelle Lösungen für ihre Arbeitsumgebung zu finden – damit am Ende ein lebendiges taz-Universum entsteht. Die loftartigen Räume, die schallreflektierenden Glas- und Bodenflächen sowie die Decken mit Wärme-Speicher-Funktion, die nur eingeschränkte akustische Maßnahmen zuließen, führten zwangsläufig dazu, die akustischen Bedingungen in die allgemeine Planung der Innenräume zu integrieren. Das ultraleichte Stellwandsystem Free Line von AOS garantiert nicht nur erstklassige Akustik, sondern schafft auch die nötige Raumgliederung. Die Wände des Free-Line-Systems sind etweder im Rotton des taz-Schriftzuges oder in einem Grauton gepolstert, der mit den Sichtbetonflächen harmoniert. Die im Kern schallabsorbierenden Wand- und Tischaufsatzelemente stehen für eine einfache Handhabung und völlige Flexibilität, die das schnelle Verändern von Arbeitsplätzen kinderleicht macht. Somit ist mit dem taz Verlagshaus eine Arbeitsumgebung entstanden, die erst mit dem Bezug der Mitarbeiter vollends Gestalt annimmt und die sich im immerwährenden Wandel befindet.

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